Mein Leben nach Ovarektomie und mit Anti-Hormontherapie

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Ovarektomie & Anti-Hormontherapie mit Tamoxifen

Mittlerweile ist es genau 1 Jahr her, dass ich davon berichtet habe, dass ich mich aus gesundheitlichen Gründen für die Entfernung meiner Eierstöcke und gegen den Kinderwunsch entschieden habe. Hier findet ihr noch einmal den ganzen Beitrag.

Immer wieder tauchen Fragen dazu auf, wie ich mich nach diesem Eingriff fühle und wie es sich mit meiner Anti-Hormontherapie, die ich bereits seit Juli 2018 mache, verhält. Die Ovarektomie (Entfernung der Eierstöcke) habe ich insbesondere vornehmen lassen, um mein erhöhtes Risiko an Eierstockkrebs zu erkranken (BRCA1) entgegenzuschreiten und zum anderen um die Hormonproduktion der Eierstöcke aktiv zu stoppen. Denn mein Brustkrebs war zu 100% hormonrezeptor positiv. Aus diesem Grund muss ich auch immer noch täglich Anti-Hormone, genau genommen Tamoxifen, zu mir nehmen. Dies mache ich nun schon seit 2,5 Jahren und werde dies wohl auch noch die nächsten 7,5 Jahre machen müssen. Die Kombination aus BRCA1-Mutation + hormonrezeptor positiven Tumor hat mich daher also dazu bewegt, die Eierstöcke bereits in so jungem Alter entfernen zu lassen. Dies ist vielleicht auch der Unterschied, weshalb euch eure Ärzte vielleicht, wen ihr im ähnlichen Alter seid, von diesem Eingriff noch abraten 😉

Doch ihr wollt wissen wie lässt es sich damit leben? Viele haben Angst vor dem Eingriff der Ovarektomie und auch den zahlreichen Nebenwirkungen der Tamoxifen Tabletten. Grundsätzlich wird einem zu einer Entfernung der Eierstöcke auch erst ab 40 geraten, weil dieser Eingriff einen ganz plötzlich und unnatürlich in die Wechseljahre schickt und den Hormonhaushalt komplett durcheinander bringt. Normalerweise hat der weibliche Körper schließlich mehrere Jahre Zeit sich hierauf vorzubereiten. Dadurch, dass ich direkt nach meiner Brustkrebs-Diagnose meine Pille abgesetzt habe, eine Chemotherapie hinter mir hatte und anschließend direkt mit Tamoxifen gestartet habe, ist mein Hormonhaushalt aber eh bereits komplett durcheinander gewesen. Hinzukommen auch regelmäßige Zoladex-Spritzen, die meine Eierstöcke „lahm legten“. Da es für mich also keinen großen Unterschied machen würde, ob ich mir die Eierstöcke mit 40 oder bereits mit 32 entfernen lasse, entschied ich mich bereits so früh für diesen Eingriff, um den ich aufgrund meiner Vorgeschichte eh irgendwann nicht herumgekommen wäre. Wieso ich mich aktiv gegen eine Schwangerschaft und einen Kinderwunsch entschieden habe, erläutere ich z.B. in folgendem Blog-Beitrag.

Nebenwirkungen

Immer wieder ist im Zusammenhang mit der Ovarektomie oder der Einnahme von Tamoxifen von heftigen Symptomen wie depressiven Verstimmungen, Migräne, schwacher Libido, enormen Gewichtsverlust, unreiner Haut etc. die Rede. Einem wird von allen Seiten förmlich Angst gemacht. Und googeln darf man nach den Nebenwirkungen lieber eh nicht 😉 Auch ich hatte hier große Angst und Bedenken, habe von vielen gehört, die die Tabletten wieder absetzen mussten und würde am liebsten auch gänzlich auf die täglichen Tabletten verzichten, da ich absolut kein Fan von jeglichen Tabletten bin. Doch die Studienlage ist hier leider ziemlich eindeutig und so bin ich einfach dankbar dafür, dass ich aufgrund der heutigen Forschungslage die Möglichkeit durch Tabletten wie Tamoxifen habe, die Krebszellen in mir, die bereits schon einmal ausgebrochen sind, in Zaum zu halten. Und ich kann hier Entwarnung geben. Von den gerade genannten Nebenwirkungen kann ich so gar nichts erzählen. Ich denke immer noch, dass dies ganz individuell ist und von Person zu Person unterschiedlich ist. Bin mir aber auch sicher, dass eine gesunde und ausgewogene Ernährung ganz gewiss dazu beitragen kann, dass es einem besser geht und man mit der Hormonumstellung einigermaßen gut zurechtkommt. Man kann sich eben den Nebenwirkungen hingeben oder ganz aktiv etwas dagegen tun. Und es ist doch schön zu wissen, dass man etwas tun kann, oder? Und natürlich bleibe auch ich am Ende nicht komplett von allen Nebenwirkungen nach Chemotherapie, Ovarektomie und Anti-Hormontherapie verschont. Über die klassischen Nebenwirkungen und welche Tipps ich hier für euch habe, damit diese sich in Grenzen halten berichte ich z.B. bereits hier.

Klassische Nebenwirkungen bei mir sind beispielsweise:

  • Hitzewallungen
  • Stimmungsschwankungen
  • Knochen- & Gelenkbeschwerden
  • trockene Haut & Augen
  • Schlafstörungen

Insbesondere die Hitzewallungen, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen kamen bei mir zu Beginn der Anti-Hormontherapie sehr stark zur Geltung. Puuuh am schlimmsten waren die Stimmungsschwankungen. Die ständigen Up & Downs von tief bedrückt bis hin zu himmelhochjauchzend. Mittlerweile hat sich dies alles ganz gut eingependelt. Mit den Hitzewallungen habe ich morgens immer noch etwas stärker zu tun, sehe dies aber als positives Beispiel dafür an, dass mein Stoffwechsel funktioniert und gegen die trockene Haut & Augen habe ich ein paar gute Pflegeprodukte gefunden sowie mir Augentropfen angeschafft. Gegen die Knochen- & Gelenkbeschwerden nehme ich aktuell z.B. aktiv Calcium, Omega-3 und Hyaluronsäure ein, mache viel Sport wie Yoga & Pilates und es wird besser und besser und immerhin nicht schlimmer 😉 Vor ein paar Tagen konnte ich beispielsweise endlich mal wieder joggen gehen und hatte hier endlich mal keine direkten Schmerzen danach in den Knien. Man muss eben mit sich und seinem Körper etwas Geduld haben. Ich habe die Krebstherapie Ende 2018 beendet und merke immer wieder peu a peu wie es meinem Körper besser geht. Auch die Schlafstörungen haben sich ein Glück wieder komplett eingependelt, sodass ich hiervon eigentlich gar nichts mehr merke. Zumindest bin ich der Meinung, dass die unruhigen Nächte, die ich mal habe, sicher jeder einmal haben würde. Ganz ohne meine Vorgeschichte 😉 Ihr merkt: ein Leben ohne Eierstöcke und mit Tamoxifen ist machbar 🙂

Konkrete Produkte, die ich zu mir nehme oder mit denen ich positive Erfahrungen gemacht habe, gibt es z.B. auch bereits hier im Beitrag aufgelistet.

Vor- und Nachsorgeuntersuchungen

Vor- & Nachsorgeuntersuchungen, die ich aufgrund meiner Therapie aktuell wahrnehme, sind z.B. die folgenden:

  • regelmäßige Vorsorge-Untersuchungen bei der Gynäkologin, wo beispielsweise ein Ultraschall der Brust gemacht wird, die Brust abgetastet wird und auch die Gebärmutterschleimhaut aufgrund der Nebenwirkungen von Tamoxifen beobachtet wird
  • halbjährlicher Augenarztbesuch, da es bei Tamoxifen Probleme mit den Augen geben kann. Insbesondere Grüner und Grauer Star treten hier wohl sehr häufig auf.
  • 2x im Jahr eine große Blutbilduntersuchung inkl. Vitamine & Mineralstoffe bei meiner Onkologin + Sonographie
  • 1x im Jahr Knochendichtemessung aufgrund der Gefahr einer Osteoporose im Zusammenhang mit der Anti-Hormontherapie und Ovarektomie

Habt ihr noch weitere Fragen zu diesem Thema? Dann lasst es mich gern unter den Kommentaren wissen und ich nehme diese Themen hier gern noch nachträglich in diesem Beitrag auf. Berichtet dort auch sehr gern mit euren Erfahrungen rund um Ovarektomie und Tamoxifen.

Über meine Erfahrungen habe ich z.B. bereits auch letztes Jahr im folgenden IGTV berichtet.

Alles Liebe für euch

caro_signatur

4 Kommentare zu „Mein Leben nach Ovarektomie und mit Anti-Hormontherapie

  1. Liebe Carolin, danke das du darüber schreibst oder nochmal schreibst. Ich habe meine BK Diagnose kurz vor lockdown im Feb 2020 bekommen. Bin relativ gut durch chemo, Op und Bestrahlung bekommen. Mein Tumor ist ein Her2 neu mit nur 2 % Östrogen Anteil, keine metastasen und Lymphknoten frei. Einerseits haben sie gesagt ich bräuchte keine Tamoxifen ein andere Arzt sagte ich solle es trotz niedrigem Östrogenanteil nehmen mindestens 10 Jahre. Mir wurde auch von einer anderen Freundin mit bk abgeraten, wie du schon erwähnst die horror stories.
    Ich bin unschlüssig bin mittlerweile 40 habe zwei Kinder und weitere kommen nicht infrage.
    Trotzdem bleibt die Frage: wäre es nicht besser? Oder läuft die Statistik da völlig gegen null.

    Auch wollte ich dich noch fragen, was du so empfiehlst für einen gesunden Darm. Habe gerade totale Probleme nach einer Eisentabletten Kur die meinem Magen und Darm Trakt völlig durcheinander gebracht hat. Stehe Moment schon wieder totale Ängste aus.
    Ich weiß ich muss meinen Körper Zeit geben sich völlig zu erholen, aber jeden Monat gefühlt sterbe ich Ängste weil irgendein Zipperlein hinzukommt. Und ich das Gefühl habe das wenn man schon wieder zum Arzt rennt und ich paranoid werde.

    Lg Anke

    1. Liebe Anke,

      vielen lieben Dank für dein Feedback und das Teilen deiner Geschichte. Bezüglich des Tamoxifens kann ich dir leider keine Empfehlung geben. Bei mir war es ja ein komplett anderer Fall. Bespreche das doch am besten mit deiner Ärztin und schau was dein Gefühl sagt ❤️🙏

      Bezüglich Unterstützung deiner Organe und stärken deines Körpers kann ich dir meine Seminare empfehlen, insbesondere das zur basischen Ernährung: https://carolionk.com/eatwellfeelbetter-saeurebasen/

      Ich wünsche dir alles erdenklich Gute.

      Caro

  2. Liebe caro , ich schaue immer wieder in deinen Blog und finde ihnen toll. Ich stehe jetzt vor der Entscheidung tamoxifen oder erweiterte antihormontherapie mit zoladexspritzen und aromatasehemmer. Nehme jetzt aktuell tamoxifen . Wie hast du die Umstellung von tamoxifen auf zodalex vertragen ? . Bei mir waren schon die ersten Wochen tamoxifen hart ( Depression ,Darm Beschwerden,..) , und ich fürchte mich vor der verschärften Version , weil ja immerhin die hormonfunktion lahmgelegt wird.

    Lg katherina

    1. Liebe Katherina,
      meine Erfahrung zeigt, dass die Nebenwirkungen hier wirklich von Person zu Person variieren.
      Ich hatte die ersten Monate auch etwas stärker mit der Umstellung zutun, aber mittlerweile hat sich alles gut eingependelt. Man muss seinem Körper eben auch etwas Zeit geben 🙂

      Meine Tipps findest du ja z.B. in folgendem Artikel bereits zusammengefasst: https://carolionk.com/2020/10/31/mit-30-in-den-wechseljahren-was-kann-ich-tun/

      Aber danke dir für das liebe Feedback und alles Gute für dich 🙏❤️

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