Body Positivity + warum ich mir meine Brüste habe machen lassen!

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Warum fällt es uns so schwer einfach zufrieden mit unserem Körper zu sein?

Auch wenn die Headline im ersten Moment eher darauf schließen lässt, dass ich mit meinem Körper nicht zufrieden war und ihn deshalb hab operieren lassen, muss ich euch leider enttäuschen. Der wahre Grund ist dann doch ein anderer (dazu später im Text). Nichtsdestotrotz war auch ich vorher nicht wirklich zu 100% mit meinem Körper zufrieden (wie vermutlich der Großteil von uns Frauen). Die Brüste waren zu klein, zu unförmig und auch ein bisschen weniger Bauch wäre ganz nett gewesen. Aber warum machen wir uns eigentlich so viele Gedanken um unseren Körper? Können wir ihn nicht einfach so lieben wie er ist? Warum eifern wir all den Idealen im Internet nach? Vor allem Instagram ist voll von halbnackten Frauen, die ihren perfekten Body zur Show stellen. Aber sind auch diese ganz und gar zufrieden mit sich und ihrem Body? Ich wage es zu bezweifeln und denke es ist der absolute falsche Weg irgendwelchen Body-Idealen hinterher zu eifern, die einfach nichts für uns sind, nicht zu uns passen und vielleicht auch ganz einfach ungesund sind. Aber die Gesellschaft eifert nach Perfektionismus und wir lassen uns viel zu sehr von unseren äußeren Einflüssen beeinflussen.

Wieso suggerieren wir anderen nicht gut genug zu sein?

Selbst unter Freundinnen wird gelästert „Oh, die ist aber dick geworden“ oder aber auch „Oh, an der ist ja gar nichts mehr dran“. Direkt angesprochen wird es meist nie und was bringt es solche Äußerungen hintenrum fallen zu lassen? Wahrscheinlich ist die Person, die solche Äußerungen trifft genauso unzufrieden mit sich und ihrem Körper und versucht sich mit solchen Aussagen besser zu fühlen. Aber habt ihr es schon mal ausprobiert? Fühlt ihr euch danach besser? Ein Glück habe ich solche Freundinnen nicht bzw. wenn dann weiß ich nicht, dass sie so über mich reden und dann ist es wohl auch besser so 😉

Doch nicht nur die Aussagen von Freundinnen können hart sein. Manchmal kann auch der Partner einen ein absolut falsches Body-Ideal vorleben oder voreifern. Eine Aussage einer meiner Ex-Freunde, die sich nach wie vor fest in meinem Körper verankert hat, ist die folgende: „Stell dir mal vor, was für einen geilen Body du hättest, wenn du einfach mal „normal“ essen würdest!“ Die Aussage hatte mich zutiefst getroffen und geholfen hat sie keineswegs. Ich war schon immer ein absoluter Foodie und liebe gutes Essen. Meinem Ex-Freund war meine große Affinität zu gutem Essen aber absolut unangenehm. In seinem Bild von Frau hatte sich die Frau scheinbar nur Low Carb zu ernähren und durfte nie genauso viel wie der Mann „verschlingen“. Furchtbar! Was das in meinem inneren losgelöst hatte, war mir damals noch gar nicht so richtig bewusst. Ich hatte angefangen heimlich zu essen und wirklich wohl fühlte ich mich nach diesen Aussagen in meinem Körper nicht mehr. Gerade von meinem Freund wollte ich motivierende Worte hören, Komplimente erhalten, aber vermutlich mangelte auch ihn es am Ende an Selbstbewusstsein und er fühlte sich durch solche Aussagen besser. Ein Glück bin ich über diese Geschichte längst hinweg und darf diesen Mann glücklicherweise meinen Ex-Freund nennen! Dennoch für ein wirklich gutes Körpergefühl und eine ordentliche Portion Body Positivity hatte diese Beziehung nicht gesorgt.

Step by step zu einem besseren Körpergefühl – nur leider zu spät!

Ich musste erst wieder lernen mich in meinem Körper wohlzufühlen. Das tat ich Stück für Stück. Ich änderte viel an meiner Ernährung, hörte darauf was meinem Körper gut tut oder nicht, gab ihm die Dinge zu essen, die er wirklich brauchte, machte regelmäßig und in einem gesunden Maße Sport und lernte meinen Körper wieder neu zu lieben! Was ich aber nicht änderte, war meinem Körper eine Menge Stress auszusetzen. Stress auf Arbeit und Stress durch mehr Sport um meinen Stress auf Arbeit zu kompensieren. Und was kam dann? Der Krebs! Wollte ich doch eigentlich mehr auf meinem Körper hören und mich mehr in meinem Körper wohlfühlen, erkannte ich all die Warnsignale dennoch nicht. Ich wollte zwanghaft so viele Dinge richtig machen, vergaß dabei aber ganz und gar die gewisse Portion Achtsamkeit für meinen Körper. Mein Körper gab mir ein Warnsignal – ein riesengroßes Warnsignal! Und worin endete das ganze nun? In etlichen Operationen und 2 neuen Brüsten! Hatte ich mir das ausgesucht? Nein! Auch wenn ich nie 100% zufrieden mit meinen Brüsten war, verlieren und abgeben wollte ich sie nie. Im Kampf gegen den Krebs hatte ich aber nun keine Wahl. Ich ließ mir beide Brüste und sämtliches Brustgewebe entfernen. Mir war es aber wichtig in der selben OP beide Brüste wieder aufgebaut zu bekommen. Ich wollte mich ja schließlich auch nach der OP immer noch wohl in meinem Körper fühlen.

Also ließ ich mir die Brüste abnehmen und durch Silikonbrüste ersetzen

Und fühlte ich mich nach der OP besser? So viele junge Frauen würden sich freuen, wenn sie die Brüste gemacht bekommen würden und dies dann auch noch von der Krankenkasse bezahlt werden würde. Aber ich hatte mir das nicht ausgesucht. Ich wollte dies gar nicht. Viele Frauen nutzen diese Möglichkeit direkt, um sich die Brüste ein Cup größer zu machen. Verständlich. Warum auch nicht? Ich wollte in diesem Moment aber einfach nur meine alten Brüste zurück, mein altes Leben. Der Verlust meiner Brüste war sehr hart für mich und die neuen Brüste haben die alten keineswegs ersetzt. Auch wenn es „nur“ Brüste waren, aber psychisch hat mich das Ganze schon sehr mitgenommen. Der Verlust der Brüste war nun so endgültig und irgendwie auch das Ende monatelang harter Therapie, die mich sehr viel Kraft gekostet hatten. Mit der OP kam irgendwie alles zusammen. Aus diesem Grund habe ich hier auf dem Blog und auch auf Instagram noch nie wirklich detailliert über diese OP und meine neuen Brüste gesprochen.

Ich fühlte mich (trotzdem) unwohl in meinem Körper

Ich musste selbst erst einmal mit mir zurechtkommen und mich an die neue Situation und diese 2 neuen Fremdkörper oberhalb meines Bauches gewöhnen. Die neuen Brüste fühlten sich erst einmal schwer an und waren keinesfalls mit den Alten zu vergleichen. Fand ich sie jetzt besser? Schlechter? Ich wusste es nicht! Lange Zeit fühlte es sich ungewohnt an. Hinzu kamen all die Narben an meinem Körper. Insgesamt 6 Narben zeichnen mich mittlerweile auf meinem Oberkörper. Ich fühlte mich teilweise wie Frankenstein und auch die anschließende Bestrahlung sorgte für den Rest. Die Implantate verformten sich leicht und auch wenn ich zwar nun 2 Brüste habe, die 1a stehen, sieht die „böse“ linke Seite leider beim näheren Anblick immer noch etwas deformiert aus. So viel zum Thema Body Positivity. Da fällt es einem manchmal echt schwer seinen eigenen Körper so zu lieben wie er ist.

Stand: November 2017 – heute

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OP Narbe der letzten OP im August 2018
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OP Narbe Lymphknotenentfernung Nov 2017 + Juni 2018

Und dann habe ich gelernt meinen „neuen“ Körper neu zu lieben

Doch 1 Jahr nach all den OPs kann ich euch nun sagen, wie wohl ich mich derzeit in meinem Körper und mit meinen neuen Brüsten fühle. Vielleicht ist er nicht perfekt, aber er ist so wie er ist genau richtig und die neuen Brüste gehören nun einfach zu mir und meiner Geschichte. Vor allem aber hat mein Körper gerade im letzten Jahr einfach so so viel gemeistert, so dass ich einfach nur stolz auf ihn und das was er da im letzten Jahr so gewuppt hat. Egal ob Bauch und Po jetzt vielleicht nicht mehr so straff sind wie früher (hallo, ich bin eben auch nicht mehr die jüngste 😛 ), wir müssen mehr lernen unseren Körper so hinzunehmen wie er ist, ihn so zu lieben wie er ist und vor allem auf ihn zu hören!

Warum die richtige Unterwäsche für mich auf einmal so wichtig geworden ist

Eine Sache die auch einen ganz neuen Fokus bei mir seit dem letztem Jahr und der beidseitigen Mastektomie angenommen hat, ist der Fokus auf die richtige Unterwäsche. Früher mussten es bei mir immer die perfekten (und teilweise so unbequemen) Push Up BHs sein, schön musste es sein und ja auch ich bin früher bei jedem Besuch in einem Victoria Secrets Laden halb durchgedreht. Nach der OP passte mir absolut kein einziger BH mehr. Sie alle fühlten sich unbequem und nicht richtig an. Also begab ich mich auf die Suche nach bequemen und schönen BHs, die im besten Fall bügelfrei sein sollten. Klingt eigentlich gar nicht so schwer, oder? So einfach war es dann aber doch nicht. Die Auswahl an bügelfreien BHs sind sehr begrenzt und wenn sie dann auch noch bequem und schön sein sollten. Puuuh! Vielleicht habt ihr ja selbes Problem? Denn dann muss ich euch unbedingt von meiner neusten Entdeckung dieses Jahr erzählen: Die sloggi ZERO Feel Unterwäsche! Ich liebe sie und habe mir mittlerweile schon 4 verschiedene Oberteile von sloggi geholt. Mein absoluter Favorit ist aber der ZERO Feel BH, der wie der Name es auch schon vermuten lässt, sich super bequem anfühlt. Der BH passt sich direkt dem Körper an, liegt super weich auf der Haut und fühlt sich wirklich (fast) so an als würde man nichts tragen. Und auch der Preis ist hier absolut erschwinglich. Bevor ihr also 1000 verschiedene BHs durchprobiert, probiert es doch vielleicht gleich lieber mit sloggi* 😉

Sloggi x Brustkrebs #IAMAWARE

Sloggi hat sich es zum Ziel gemacht BHs zu entwickeln, die das Brustgewebe und Nervenbahnen nicht unnötig einquetscht oder Einschnitte in der Haut hinterlässt. So setzt sloggi z.B. auf Easy Sizing und wird ab 2023 nur noch bügelfreie Soft-BHs anbieten. Das finde ich richtig gut und kann ich nur unterstützen. Ebenso gut finde ich, dass sloggi sich auch für das Thema Brustkrebs stark macht. Und das passt auch einfach wie die Faust aufs Auge. Gerade nach einer Mastektomie, wie sie bei mir stattgefunden hat, ist die Brust sehr empfindlich. Anschließend an die OP müssen für mehrere Wochen unbequeme Kompressions-BHs getragen werden. Der sloggi ZERO Feel BH ist als Übergang danach einfach perfekt für mastektomierte Frauen. Meine persönlichen Lieblings-BHs von sloggi möchte ich euch einmal hier verlinken:

Und wenn ihr mehr zur aktuellen Aktion von sloggi und der DKMS Life* erfahren wollt und Teil dieser werden möchtet, dann schaut doch einmal bei diesem Post von mir auf Instagram vorbei. Wenn ihr DKMS Life direkt unterstützen möchtet, könnt ihr zudem hier direkt spenden und einer an Krebs erkrankten Frau die Teilnahme an einem look good feel better Seminar ermöglichen.

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Da es sehr viele Fragen rund um meine beidseitige Mastektomie gab, wird auch noch einmal ein ausführlicher Blogpost zu diesem Thema folgen.

Verratet mir hier aber gern wie ihr zu eurem Körper steht? Seid ihr 100% zufrieden mit eurem Körper? Würdet ihr eine Schönheitsoperation in Betracht ziehen? Wie steht ihr zum Thema Body Positivity?

Alles Liebe

caro_signatur

* In freundlicher Zusammenarbeit mit DKMS Life und Sloggi Germany

2 Kommentare zu „Body Positivity + warum ich mir meine Brüste habe machen lassen!

  1. Ganz toller Artikel! Danke für deine Ehrlichkeit-es hat mir nochmal die Augen geöffnet in Bezug auf körperliebe und Krankheit.. Danke dafür und alles alles Gute für dich ❤️

Ich freue mich über deine Meinung zum Thema!

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