Im Interview mit Hormon-Expertin Laura Van De Vorst

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Das Thema Hormone und Hormonungleichgewicht beschäftigt mich seit meiner Krebsdiagnose und der damit zusammenhängenden Östrogendominanz immer mehr. Aus diesem Grund habe ich mich einmal mit der Hormon-Expertin Laura Van De Vorst von healthcoachFX zusammengesetzt und ihr ein paar spannende Fragen rund um den Hormonhaushalt gestellt.

Laura, was sind denn Hormone eigentlich und wofür sind sie überhaupt gut?

Hormone sind Botenstoffe, die über dein Blut zu deinen Zellen mit einer bestimmten Mission reisen. Hormone bestimmen fast jede Funktion deines Körpers: von deiner Verdauung, Stoffwechsel, Schlafqualität, Geisteszustand, Reaktion auf Stress bis hin zur Wahl deines Partners und deiner Körperform.

Welche Hormone gibt es zum Beispiel und welche beeinflussen uns am meisten?

Es gibt wahnsinnig viele Hormone, aber die wichtigsten sind vor allem:
• Sexualhormone (Östrogen, Progesteron, Testosteron)
• Zuckerhormon (Insulin)
• Sättigungshormon (Leptin)
• Hungerhormon (Ghrelin)
• Schilddrüsenhormone
• Schlafhormon (Melatonin)
• Oxytocin (Liebeshormon) und
• Stresshormone (Cortisol, Adrenalin).

Die Hormone, die vor allem für Frauen alles durcheinander wühlen können, sind die Stresshormone Cortisol und Adrenalin.

Wie stelle ich fest, dass ich ein Hormonungleichgewicht habe?

Ein ganz interessanter Hinweis, dass du es mit einem Hormonungleichgewicht zu tun hast, ist wo du an deinem Körper tendenziell am meisten Körperfett anlagerst. Unter dem Bauchnabel ist z.B. ein Zeichen für Cortisol, Probleme, an der Taille sind eher eine Insulinresistenz, an Hüfte, Oberschenkel und Oberarme eher eine Östrogendominanz, an Schultern zu viel Testosteron und überall am Körper ist meistens ein Zeichen einer Schilddrüsenunterfunktion. Je nach Symptomen und um welches Ungleichgewicht es sich handelt, ist dies jedoch ganz individuell zu betrachten.

Wodurch entsteht solch ein Hormonungleichgewicht?

Die drei häufigsten Ursachen hormoneller Ungleichgewichte sind gestörte Stresshormone (z.B. durch Schlafmangel, zu viel Kaffeekonsum oder zu wenig Essen oder auch Übertraining), Schwierigkeiten Giftstoffe genügend abzubauen und Konsum von verarbeiteten Lebensmitteln und Zucker. Diese drei Ursachen werden bei Darmproblemen noch verschlimmert und können zu noch drastischeren Symptomen führen.

Zu viel Stress wie z.B. auch durch zu viel Sport kann also gerade für uns Frauen sehr gefährlich sein?

Sozusagen schon! Unser Körper ist extrem empfindlich für seine Umgebungsfaktoren. Wenn du zu viel Sport treibst und dabei zu wenig Energie zu dir nimmst, sagst du deinem Körper „Hey, es ist nicht safe hier.“ und so schüttet er übermäßig Adrenalin und Cortisol aus. Dabei werden andere Systeme so wie Verdauung, Stoffwechsel und die Produktion der Sexualhormone (Progesteron!) vernachlässigt.

Wenn deine Nebennieren zu beschäftigt sind mit der Produktion von Stresshormonen, wird weniger Progesteron produziert. Du brauchst Progesteron (Glücks- und Beruhigungshormon) aber auch als Ausgleich zum Östrogen. Zu wenig Progesteron äußert sich in Ängsten, Wassereinlagerungen und Schwierigkeiten beim Abnehmen. Mein Tipp: Da Kaffee deinen Cortisolspiegel beeinflusst und somit deine Progesteronproduktion senkt, rate ich komplett auf Kaffee zu verzichten. Weitere Maßnahmen wären Stressabbau durch tiefe Atemübungen (z.B. Yoga, Meditation) und genügend Aufnahme von Vitamin C.

Also kann ich meinen Hormonhaushalt auch aktiv durch die Ernährung beeinflussen?

Ja, Stresshormone können auch durch Ernährung durcheinander kommen z.B. wenn du zu wenig isst, zu viel falsches isst oder ganz gesund isst aber es gar nicht richtig verdaust und die guten Nährstoffen gar nicht in deinen Zellen ankommen.

Wenn dein Darm nicht richtig funktioniert kannst du die Nährstoffe, die du zur dir genommen hast, nicht absorbieren. Das führt zu Entgiftungsproblemen. Zu viel schlechte und zu wenig gute Bakterien gelangen bei Problemen mit deiner Darmbarriere (ausgelöst z.B. durch Gluten, Milch oder Zucker) in die Blutbahn. Zucker lässt nicht nur deine schlechten Darmbakterien wachsen, sondern sorgt auch dafür, dass deine Leber Glucose in Körperfett umwandelt. Gleichzeitig kann dies nach längerer Zeit zu einer Insulinresistenz und Diabetes führen, welches daher oft mehr Körperfett zu Folge hat. Und da Fettzellen wahre Östrogenspeicher sind, folgt oftmals eine Östrogendominanz.

Heutzutage gibt es so viele künstliche Chemikalien und Giftstoffe in der Nahrung für welche unsere Körpern gar nicht gemacht ist. Unsere Leber ist total überlastet, welches problematisch ist, da genau dort der Überschuss an Östrogen abgebaut werden sollte, damit sie über den Darm den Körper verlassen können.

Welche Hormonungleichgewichte gibt es am häufigsten und wie entstehen sie?

Folgendes ist einer der häufigsten Abläufe, welchen ich bei meinen Kundinnen sehe. Was anfing mit einem Stress- und Cortisolproblem, wandelt sich über Jahren in eine Kettenreaktion von Insulinresistenz, Östrogendominanz und Schilddrüsenunterfunktion.

Es ist unsere Aufgabe als Ernährungsberater den Überschuss an Stresshormonen zu senken, die verlangsamte Schilddrüse zu unterstützen und das niedrige Progesteron-Niveau zu boosten. Was allerdings häufig passiert ist, dass dein Körper durch Langzeit-Stress sehr schwer Fett verbrennen kann. Er ist dann auf Zucker/Kohlenhydrate angewiesen. Dieses ist dann auch in den Symptomen erkennbar und häufig handelt es sich hierbei um eine zunehmende Insulinresistenz, wahrscheinlich ausgelöst durch Dauerstress, Übertraining oder Nährstoffmangel. Was dann passiert ist, dass Zucker nicht mehr genügend in die Zellen aufgenommen werden kann und deswegen als Körperfett abgelagert wird. Konsequenz davon ist, dass in dem zunehmendem Körperfett vermehrt Östrogen produziert wird. Mehr Fett heißt also mehr Östrogen und das kann dann schnell zu einer Östrogendominanz führen. Östrogendominanz heißt entweder zu wenig Progesteron oder zu viel Östrogen oder beides.

Häufig spielen eine nicht optimal funktionierende Leber und Darm auch eine Rolle bei Schilddrüsenproblemen und Östrogendominanz. Überschüssige Östrogene (aber auch Toxine, Metallee, Zucker, Nicotin) werden nicht genügend abgebaut und können deinen Körper daher nicht verlassen.

Was würdest du zum Beispiel einer Frau mit Östrogenüberschuss raten?

Wie schon erwähnt ist es wahnsinnig wichtig Stress abzubauen. Dies ist z.B. möglich durch regelmäßige tiefe Atemübungen wie bei der Meditation. Auch Kaffee zu meiden, wäre ein erster Schritt in die richtige Richtung. Auch wichtig ist es den Darm und die Leber für eine bessere Nährstoffabsorbierung und Entgiftung zu unterstützen indem du z.B. Zucker, Gluten, Milchprodukte und verarbeitete Lebensmittel meidest. Dafür solltest du mehr Gemüse essen. Vor allem solltest du mehr Kreuzblütler (z.B. Blumenkohl, Brokkoli, Chinahohl, Pak Choy und Rosenkohl) und Blattgemüse (z.B. Grünkohl, Spinat, Rucola, und Chicorée) essen. Ansonsten solltest du Giftstoffe meiden, indem du biologisches Gemüse und natürliche Kosmetik auswählst und Xenoöstrogene und Phytoöstrogene in Sojaprodukten meidest.

Wo kann man seinen Hormonhaushalt messen bzw. prüfen lassen?

Beim Frauenarzt! 🙂

Und wenn ihr jetzt schon neugierig geworden seid, könnt ihr z.B. auch direkt auf Lauras Seite einen kleinen Test machen ob eure Hormone im Ungleichgewicht sind. Diesen findet ihr hier.

Welche Lebensmittel dürfen in deinem Kühlschrank nicht fehlen? Und auf welche Lebensmittel verzichtest du?

Ich habe immer Zitronen, seeeeehr vieles Gemüse, ganz viel Blattgemüse wie Grünkohl, Spinat, Chinakohl, Römersalat und frische Kräuter wie Koriander und Petersilie zu Hause. Aber auch Brokkoli, Blumenkohl, Alliums wie Porree, Zwiebel, Shiitake-Pilze, Avocados, Kräutertees, Lachs, Leinsamen, natives Olivenöl, Blaubeeren, Süßkartoffeln, Kürbis, selbstgemachte Brühe, Sardinen, Lachs, Eier, Kurkuma (entzündungshemmend!), und Brokkolisprossen dürfen bei mir zu Hause nicht fehlen. Dazu liebe ich fermentierte Sachen wie selbstgemachten Kimchi, Kefir oder Kokosnuss-Joghurt um meine Makrobiotik zu unterstützen.
Zudem verzichte ich komplett auf rotes Fleisch, Gluten, Milchprodukte, raffinierten Zucker, Alkohol und Kaffee. Und ich versuche so wenig wie möglich Nachtschattengewächse, Hülsenfrüchte und hochglykämisches Obst zu essen.

Wie bist du zum Thema Hormone Balance gekommen?

Meine Faszination für Hormone fing an als ich entdeckte, dass meine eigenen Gesundheitsprobleme die Ursache hormoneller Ungleichgewichte waren. Ausgelöst durch Stress und entzündungsförderndes Essen.

In 2012 erreichte ich ein absolutes Tief mit meiner Gesundheit. Ich hatte Autoimmunprobleme, extreme Müdigkeit, Verdauungsprobleme, einen viel zu kurzen Zyklus und PMS. Es hat mich viele Jahre und viel Geld gekostet um herauszufinden was wirkt hinter den Symptomen steckt. Daraufhin habe ich dann letztendlich in 2014 healthcoachFX gegründet. Mein Ziel ist es Frauen auf der ganzen Welt mit Nutritional & Plant Medicine von hormonellen Probleme zu befreien und das so persönlich, einfach und zugänglich wie möglich zu machen.

Können auch Männer Probleme mit ihrem Hormonhaushalt haben?

Ich habe tatsächlich immer mehr Männer in meiner Praxis. Und es hat vor allem mit Männern angefangen, die sehr gestresst sind und einen zu schnellen Stoffwechsel haben. Sie haben wenig Energie, den Verlust der Libido und fühlen sich oft kränklich. Ihr Körper befindet sich im Sparmodus. Nach meinen Beobachtungen merken Männer mit dieser Veranlagung dann als Erstes, dass sie zu wenig Energie haben und ihr Körper sich ihre Energie aus ihrer eigenen Muskelmasse herauszieht. Und das wollen Männer ja eher vermeiden. Männer finden es häufig schlimm, sehr dünn zu sein und keine Muskelmasse aufbauen zu können.

Genau wie bei Frauen ist hier ein gestörtes hormonelles Ungleichgewicht auf Stress, Kaffee, Zucker, Alkohol, ungesundes Essen und Verdauungsprobleme zurückzuführen. Aber im Gegensatz zu Frauen führen Cortisol- und Insulin-Probleme zu sinkenden Testosteronwerten. Die Folgen sind Müdigkeit, Schlafstörungen, Libidoverlust, Stimmungsschwankungen, Motivations- und Konzentrationsschwierigkeiten, Haarausfall, Muskelabbau und mehr Körperfett.

Was sind deine ultimativen Tipps für einen gesunden Lebensstil?

Mein Leben hat sich radikal verändert, als ich den Entschluss fasste, einen Weg einzuschlagen, der geprägt war von:
• gesunder Ernährung (Stelle dir immer die Frage: Tue ich meinem Körper mit dem was ich jetzt esse etwas gutes?)
• liebevoller Praxis der Achtsamkeit, Dankbarkeit und Selbstliebe
• besser und mehr Schlafen
• mehr gefiltertes Wasser trinken
• mehrmals am Tag tief durchatmen
• persönliches Wachstum
• Yoga und HIIT Training

Diese Lebenseinstellung hat mir dabei geholfen, meine Immun- und Verdauungsprobleme in den Griff zu bekommen, ohne Brust-, Bauch- und Gelenkschmerzen zu leben, selbstsicherer zu sein und jeden Tag das Leben genießen zu können.

Wow! Das hört sich toll an und das sind doch ein paar schöne abschließende Worte. Du bist gerade auch für mich nach wie vor noch eine große Inspiration und ein großes Vorbild! Vielen lieben Dank, dass du dir die Zeit dafür genommen hast und vielen Dank für diesen tiefen und tollen Einblick in die Welt der Hormone und die hilfreichen Tipps liebe Laura!

Ihr wollt mehr zum Thema Hormone, über Laura oder habt vielleicht sogar Interesse an einem persönlichem Beratungsgespräch mit Laura, dann schaut vorbei auf ihrer Seite www.healthcoachfx.com

Ansonsten findet ihr Laura auch auf Instagram 😉

Habt ihr noch weitere Fragen zu dem Thema Hormone oder interessieren euch bestimmte Zusammenhänge noch mehr, dann lasst es mich gern unter den Kommentaren wissen und ich probiere darauf einzugehen.

Alles Liebe

caro_signatur

3 Kommentare zu „Im Interview mit Hormon-Expertin Laura Van De Vorst

Ich freue mich über deine Meinung zum Thema!

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