Bye bye Hamburg. Eine kleine Zeitreise…

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Umzug heißt Zeitreise. Auf einmal entdeckt man alte Fotos, schwelgt in alten Erinnerungen und ist erstaunt was man die ganzen letzten Jahre so erlebt hat. Nach 13 Jahren kehre ich Hamburg den Rücken zu und ziehe mit Georg in den Süden Deutschlands. Dabei hat Hamburg mir so viel gegeben. In Hamburg habe ich mich selbst besser kennenlernen dürfen. In Hamburg habe ich mich einfach wahnsinnig entwickelt! In Hamburg bin ich erwachsen geworden! Und am liebsten würde ich dem kleinen Kind von damals sagen „Alles wird gut. Glaub mir!“.

Ich gehörte nie wirklich zu den cool kids…

13Jahre Hamburg liegen nun hinter mir! Und wenn ich mir all die alten Bilder anschaue, wird mir wieder bewusst was für eine enorme Entwicklung ich hingelegt habe. Erst in Hamburg konnte ich mich so richtig frei entfalten. Erst in Hamburg konnte ich wirklich ich selbst sein. Denn was die meisten von euch nicht wissen oder glauben würden: Ich hatte es wirklich schwer zu Schulzeiten! Ich hatte starke Schwierigkeiten mich Anzupassen, Freunde zu finden, hatte Null Selbstbewusstsein, Null Stilgefühl und gehörte mit meinen Klamotten, Brille und dem Dutt eher zur Kategorie graues Mäuschen. Mein blasser Teint führte in Grundschulzeiten sogar dazu, dass der Spitzname „Kotze“ für mich entwickelt wurde. Einfach nur ein Buchstabe in meinem Nachnamen, der ausgetauscht wurde. Kinder können ja so gemein sein! Zusammengefasst: Ich gehörte nie wirklich zu den cool Kids!

Vom Emo zur Gangster-Braut

Ich fand es einfach schwer „meine Rolle“ zu finden. Selbst bei Hobbys tat ich mich schwer, tingelte von Sportverein zu Sportverein um das richtige für mich zu finden. Ich glaube, meine Eltern waren echt am Verzweifeln und die spätere jugendliche Trotz-Phase machte es sicher nicht leichter 😉 So durchlebte ich meine düsteren Phasen mit schwarz lackierten Nägeln, dunklem Make-Up und Grunge-Musik (später nannte man diese Bewegung glaube ich „Emo“ 😉 ) oder aber auch meine sehr intensive Hip Hop-Phase mit Baggys und Fake-Lippenpiercing. Ich durchlebte so einige Phasen, aber so richtig mich selbst fand ich nicht.

Neustart und Ausbildung in Hamburg

Endlich mit dem Abi fertig, sollte sich alles ändern. Ein kleiner Neustart. Endlich auf meinen eigenen Beinen stehen und komplett selbständig. So entschied ich mich auch direkt gegen ein Studium und für eine Ausbildung. Zum einen um finanziell unabhängiger von den Eltern zu sein, zum anderen aber wohl auch, weil ich einfach sehr unsicher war, welches Studium wohl das richtige für mich sei. Meine Ausbildung startete ich dann (und ihr werdet es sicher kaum glauben!) in einer Bibliothek. Passte doch auch irgendwie zu dem grauen Mäuschen, welches ich damals noch war. Doch das graue Mäuschen entwickelte sich. Beendete ihre Ausbildung brav, startete ihr Abendstudium, begann in der Werbung zu arbeiten, fand ihren Weg und hier sitze ich nun, habe letztes Jahr den Schritt in die Selbständigkeit gewagt und fühle mich so gut und so frei wie noch nie.

Erst in Hamburg schaffte ich es so richtig mich vollkommen frei zu entfalten

Und ja es ist so. Erst in Hamburg schaffte ich es so richtig mich vollkommen frei zu entfalten und mehr ich selbst zu sein. Neben meinem weiterem grauen Mäuschen-Dasein in der Bibliothek startete ich sogar meine ersten Modelversuche. Wenn auch anfänglich eher weniger professionell! Aber es war gut für mich und mein Selbstbewusstsein. Ich lernte neue Freundinnen in Hamburg kennen (Freundinnen, die mich noch bis heute begleiten und die ich sicher vermissen werde, wenn ich nun endgültig wegziehe), baute mir in Hamburg meinen eigenen festen Freundeskreis mit ganz tollen Menschen und ein festes Leben auf. Dennoch war ich auch hier noch von Unsicherheit und Selbstzweifel geprägt, machte mir immer wieder zu viele Gedanken was andere über mich denken oder von mir halten könnten. Noch heute bin ich eher schüchtern und muss mit den Leuten erst einmal warm werden. Ihr mögt euch jetzt aber denken, wenn ihr die Bilder seht: „Warum?“. Ich kann es euch selbst nicht verraten! Das einzige, was ich euch sagen kann, ist, dass ich erst eine Krebserkrankung brauchte um zu sehen wie schön das Leben ist und wie unbeschwert wir doch eigentlich sein können. Zum ersten Mal erfahre ich was das Wort Leichtigkeit eigentlich bedeutet! Zum ersten Mal bin ich rundum zufrieden mit meinem Leben und befreit von Selbstzweifel! Und ich freue mich einfach riesig auf unseren Neustart in Süddeutschland! 

Ein Kommentar zu „Bye bye Hamburg. Eine kleine Zeitreise…

  1. Caro, genau so erging es mir in meiner Schulzeit. Ich hatte die gleichen Probleme. Die Schule habe ich glücklicherweise super gemeistert aaaaber es war mit die schlimmste Zeit in meinem bisherigen Leben! Du bist eine wahnsinns Powerfrau! Ich wünsche euch alles Glück und noch mehr Leichtigkeit in eurem neuen Lebensabschnitt. Liebe Grüße von Anja aus der Heimat…(damals gleich um die Ecke)

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